Bundesjugendspiele - kurz BJS

BUNDESJUGENDSPIELE 2016 / 2017

TERMIN 6. Juli, Ausweichtermin 13. Juli 

Die Bundesjugendspiele sind eine jährlich an deutschen Schulen und Auslandsschulen durchgeführte, für die Schüler verpflichtende Sportveranstaltung. Der deutsche Bundespräsident fungiert als Schirmherr.

Von den teilnehmenden Schülern wird erwartet, dass sie in bestimmten Disziplinen (Leichtathletik, Turnen) möglichst gute Leistungen erzielen. Meist wird ein Dreikampf in den Disziplinen Werfen (im höheren Alter Kugelstoßen), Laufen (Sprint) und Weitsprung durchgeführt.

Die erzielten Leistungen werden mit Punkten bewertet. Erreicht der Teilnehmer eine bestimmte Mindestpunktzahl, erhält er als Anerkennung für seine Leistung eine Siegerurkunde, ab einer bestimmten höheren Punktegrenze eine Ehrenurkunde. Die Ehrenurkunden tragen eine (gedruckte) Unterschrift des Bundespräsidenten. Alle anderen Schüler, die weder Sieger- noch Ehrenurkunde erhalten haben, bekommen seit 1991 eine Teilnahmeurkunde.

In der Bundesrepublik wurden sie im Jahr 1951 zunächst vom Bundesministerium des Innern, dann vom Bundesministerium für Jugend, Familie und Gesundheit für Schüler zwischen 8 und 19 Jahren ausgeschrieben. Seit dem Jahr 2001 gibt es die neuen Bundesjugendspiele, die als Individualwettbewerb in Geräteturnen, Leichtathletik und Schwimmen ausgeschrieben werden.

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) und die Deutsche Behinderten-Sportjugend (DBSJ) haben in Zusammenarbeit mit dem Ausschuss für die Bundesjugendspiele und der Kommission Sport der KMK zwischen 2007 und 2009 ein Programm für die Teilnahme von Schülern mit Behinderungen entwickelt.

Die Befürworter der Bundesjugendspiele argumentieren, dass die basalen Bewegungsarten der Leichtathletik zu dem gehörten, was früher als klassischer Bildungskanon bezeichnet wurde. Bewegung gilt als entscheidend für die Entwicklung kognitiver Fähigkeiten, der Aspekt des Leistungsvergleichs sei ein dem Sport innewohnender Nebeneffekt. Es sei zudem eine wichtige Erfahrung, dass andere auf manchen Gebieten besser sind, der Umgang mit Misserfolgen sei auch ein wichtiger Lerninhalt. Nicht zuletzt gebe es gerade im Rahmen der Schule durch die Notengebung auch in anderen Fächern eine Vergleichbarkeit der individuellen Leistungen.]

Erläuterungen zum Wettkampf:

Der Wettbewerb Leichtathletik

 1. Inhalt

Der Wettkampf besteht aus einem Dreikampf. Es werden Übungen in vier Bereichen angeboten.

a) Sprint           b) Lauf              c) Sprung            d) Wurf oder Stoß

Die Teilnehmerin bzw. der Teilnehmer wählt je eine Übung aus drei verschiedenen Bereichen aus. Die für die einzelnen Jahrgänge vorgesehenen Übungen sind aus der nachstehenden Übersicht zu ersehen.

Die erzielten Leistungen sind auch für den Erwerb des Deutschen Sportabzeichens und des DLV-Mehrkampfabzeichens anrechenbar.

2. Wertung

Die Wertung der Leistung richtet sich nach den Wertungstabellen auf den Wettkampfkarten.  Überpunkte und Zwischenwerte können mit der Formel berechnet werden (S. 18 f.).

3. Urkunden

Es werden Ehrenurkunden des Bundespräsidenten, Sieger- und Teilnahmeurkunden vergeben. Die Vergabe richtet sich nach den Punktgrenzen der unten abgebildeten Tabelle. Wer diese Punktzahl nicht erreicht, erhält eine Teilnahmeurkunde.

Es sind stets Ehrenurkunden mit der Unterschrift des jeweils amtierenden Bundespräsidenten zu verwenden.

4. Hinweise für die Durchführung

Die Wettkämpfe sind grundsätzlich an einem Tag durchzuführen, sofern es die örtlichen Verhältnisse erlauben. Um

den Bereich „Lauf“ nicht zu vernachlässigen, wird empfohlen, zunächst einen Vierkampf durchzuführen und dann bei der Berechnung der Gesamtpunktzahl das schlechteste der vier Einzelergebnisse zu streichen. Aus organisatorischen Gründen kann der Lauf an einem anderen Tag als die sonstigen Disziplinen durchgeführt werden.

Worin bestehen die Vorteile des Leichtathletik-Wettbewerbs?

  • Der Wettbewerb ist ab der Jahrgangsstufe 1 durchführbar.
  • Die Übungen sind nach den Prinzipien der Kinderleichtathletik auf das jeweilige Alter  zugeschnitten.
  • Die optimale Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Flächen kommt besonders bei der Teilnahme vieler Schülerinnen und Schüler zum Tragen.
  • Die Auswertung ist durch eine Punktewertung in den einzelnen Gruppen mit den angebotenen Listen oder am Computer einfach und schnell durchzuführen.
  • Der Wechsel der Übungen in den einzelnen Jahrgangsstufen und damit der konditionellen und koordinativen Ansprüche bringt die gewünschte Variabilität.
  • Durch die Normfreiheit bezüglich der Anzahl an Versuchen und Zonenbreiten ist eine Differenzierung und Anpassung an die jeweilige Leistungsfähigkeit der Gruppe/Klasse/Jahrgangsstufe möglich.
  • Die effektive Bewegungszeit der Schülerinnen und Schüler erhöht sich durch die höhere Anzahl an Versuchen sowie durch die obligatorische Durchführung eines Vierkampfes.

(Quelle: Wikipedia, Bundesjugendspiele)

Der Wettbewerb Turnen

Der Wettbewerb bedeutet für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrerinnen und Lehrer einen Einstieg ohne große Hemmnisse. So werden in den unteren Jahrgangsstufen zwar Geräte aufgebaut, und es wird auch an ihnen geturnt, jedoch werden keine Elemente aus dem Gerätturnen verlangt. Vielmehr geht es um vielseitige Bewegungserfahrungen und das freudvolle Erfüllen von Bewegungsaufgaben. Es werden keine Hilfestellungen, keine spezifischen methodischen Übungsreihen und keine besonderen Kenntnisse des Gerätturnens benötigt. Die mit Bildern gestalteten Erläuterungen zu den Wettkampfkarten ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, sich die Aufgaben weitgehend selbst zu erschließen.

Bewegungen erleben und selbst gesteckte Anforderungen erfüllen – so kann man die Zielsetzung des Wettbewerbes Turnen erklären. Die vielseitigen Bewegungserlebnisse sind breit gestreut und ermöglichen allen Kindern die erfolgreiche Teilnahme an diesem Wettbewerb. Durch die große Spannbreite der Bewegungsanforderungen werden Grundlagen für alle Sportarten gelegt, nicht nur für das Turnen.

Die Bewegungsangebote sind in sechs Aufgabenbereiche eingeteilt:

    Hängen / Schwingen / Hangeln / Klettern / Schaukeln / Ziehen,

    Stützen / Schieben / Arm-Bein-Koordination mit Musik,

    Balancieren,

    Drehen / Rollen / Überschlagen,

    Springen,

    Partner (Miteinander).

Zu jedem Aufgabenbereich gibt es pro Jahrgangsstufe drei unterschiedliche Übungen. So können z. B. die Jahrgangsstufen 1/2 beim Drehen/Rollen/Überschlagen zwischen Luftballonwiege, Abroller und Ballwippe wählen oder die Jahrgangsstufen 3/4 beim Springen zwischen Mauersprung, Standsprüngen und Seilspringen.

Insgesamt stehen also in einer Jahrgangsstufe 18 Übungen zur Verfügung, aus denen die Schülerinnen und Schüler entweder frei wählen können oder die Lehrkraft eine Auswahl vorgibt.

Dabei muss aus jedem Themenfeld wenigstens eine Aufgabe erfüllt werden, so dass jedes Kind mindestens sechs Übungen absolviert.

In den vorbereitenden Sportstunden können die einzelnen Stationen z. B. themenspezifisch erprobt werden.

Die Aufgaben sind so gewählt, dass bei der Abnahme nur festgestellt werden muss, ob sie erfüllt oder nicht erfüllt wurden. Eine Bewertung nach unterschiedlicher Ausführungsqualität findet nicht statt.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Wettbewerbskarte, auf der die bestandenen Übungen markiert sind.

Quelle: https://www.bundesjugendspiele.de/wai1/showcontent.asp?ThemaID=4916