Isar-Loisach Bote

Wolfratshausen, 29.3.2013

Stärken fördern, Image verbessern

Wolfratshausen - Besseres Benehmen wünschen sich Unternehmen von ihren Bewerbern, mehr Praxisbezug wünschen sich die Lehrer im Unterrichtsalltag. Um diese Wünsche zu erfüllen, wollen Lehrer und Wirtschaftsvertreter künftig zusammenarbeiten.

Besseres Benehmen wünschen sich Unternehmen von ihren Bewerbern, mehr Praxisbezug wünschen sich die Lehrer im Unterrichtsalltag. UWW-Vorstandsmitglied Claudia Bernard (hinten) sammelte alle Vorschläge.  foto: lippert 

Rotzfreche Gören, die weder grüßen noch anständig angezogen sind, haben spätestens beim ersten Bewerbungsgespräch ein handfestes Problem: Die Arbeitgeber werden sich mutmaßlich für andere Bewerber entscheiden. „Was das betrifft, ist die Not sehr groß“, sagt Claudia Bernard, Vorstandsmitglied der Unternehmervereinigung Wirtschaftsraum Wolfratshausen (UWW). Die UWW hatte nun Lehrer und Wirtschaftsvertreter eingeladen, gemeinsam über ihre Sorgen, Nöte und Bedürfnisse für eine gute Zusammenarbeit zu sprechen.

Beim ersten Treffen standen die zahlreichen Wünsche im Vordergrund, die die Gruppen äußerten. „Wir müssen die Schüler für die Praxis fit machen, aber manchmal wissen wir selbst nicht genau, wie die aussieht“, sagt Alexander Schraid, Lehrer an der Wolfratshauser Mittelschule. „Unser Wunsch ist es, die Jobs direkt in die Schule zu holen - und dafür hat die UWW das Netzwerk.“

Realschul- und Gymnasiallehrer sprachen sich zudem dafür aus, dass vermehrt Vorträge von Unternehmen an den Schulen angeboten werden. „Eine Liste mit Firmenadressen, die Praktika und Ferienjobs anbieten, wäre ebenfalls spitze“, fasste Bernard zusammen. „Das haben wir bereits angepackt.“

Die Unternehmer hatten die Idee, Lehrern einmal den „Zeugnis-Code“ zu erklären. „Manchmal schreiben Lehrer eine Bemerkung und wissen gar nicht, was sie für uns bedeutet“, erläutert die Unternehmensberaterin. Zudem hoffen sie auf mehr Infos zum ehrenamtlichen Engagement der Schüler, beispielsweise beim Sanitätsdienst oder in der Technikgruppe.

Die Ideen der rund 35 Teilnehmer werden nun vom UWW-Vorstand sondiert. Anschließend sollen zeitnah Arbeitskreise mit den Lehrern gebildet werden. „Das Projekt ist enorm wichtig. Es darf nicht einschlafen“, machte sich Christian Stülpnagel, Vorsitzender der UWW, stark.