Sagen und Legenden (im Rahmen der Kulturtage)


Gemeinsam mit unserer Parallelklasse 3a saßen wir in einem Klassenzimmer. Zu Besuch kamen Frau Reimann und Frau Gruschka. Sie erzählten uns in 3 Stunden lang verschiedene Sagen und Legenden. Darunter auch eine über die Burg Wolfratshausen und den schwatzhaften Burgschmied.

Der Schmied war ein Angestellter der Burg. Er erzählte viel und gerne – auch über die Geschehnisse auf der Burg. Damit war der Burgherr nicht einverstanden und verbannte seinen Schmied aus Burg und Stadt Wolfratshausen. Seine Freunde unterstützten ihn und halfen ihm ein echter Narr zu werden, mit einem richtigen Narrenkostüm und einer Zupfgeige. Von da an zog er durch das Land und erzählte Geschichten. Irgendwann kam der alte Schmied nach Grünwald. Ritter Otto zu Grünwald nahm ihn in seinen Dienst, denn er wusste, dass der Narr ehemaliger Schmied seines Erzfeindes, dem Ritter aus Wolfratshausen, war. Nachdem der Schmied keine Lust mehr auf seine Arbeit hatte, zog er wieder als Narr von Stadt zu Stadt. Als er dabei nach Wolfratshausen kam, wurde er unschuldigerweise in den Kerker geworfen. Sobald seine Freunde in Wolfratshausen davon hörten, legten sie beim Burgherren ein gutes Wort für ihren Freund ein. Der Wolfratshauser Burgherr ließ sich überreden und schenkte dem Narren die Freiheit unter der Bedingung, dass dieser in ein Kloster gehe. Der Narr willigte ein und trat in das Kloster Benediktbeuern ein. Die Mönche dort nahmen ihn freudig auf und gewannen so einen sehr guten Schmied und ausgezeichneten Geschichtenerzähler.

Es folgten noch 3 weitere Sagen und Legenden (zum Teil von anderen Kindern erfunden). Ganz nebenbei haben wir erfahren, was so eine Sage eigentlich ist und wie wir selbst eine erfinden können.

© V.A. für die Klasse 3b

 

Hier kommt unsere eigene Klassensage der Klasse 3b - viel Spaß beim Lesen:

Es war einmal ein König, der zusammen mit seiner Frau Anneliese und seinen beiden Kindern Romeo und Julia auf einer Burg lebte. Die Burg lag am höchsten Punkt einer kleinen Insel mitten im Meer. Auf einer Seite der Insel waren viele alte knorrige Bäume und Felswände, die steil ins Meer abfielen und an denen sich die Wellen brachen. Im Gegensatz dazu war die andere Seite der Insel sehr lieblich und schön. Mit vielen bunten Blumen, einem Springbrunnen, einem kleinen Städtchen und einem Sandstrand, der sich wunderbar zum Spielen eignete. Mit Vorliebe bauten hier auch die beiden Königskinder ihre Sandburgen. König August saß oft an seinem Schreibtisch, aber hin und wieder blickte er auf das weite, blaue Meer hinaus und sah dabei auch seine beiden Kinder am Sandstrand spielen.

Eines schönen Tages waren Romeo und Julia mit ihrem Kindermädchen wieder am Strand. Gerade noch hatte König August seine beiden Kinder spielen gesehen, als plötzlich das Kindermädchen triefend nass und total aufgelöst zu ihm ins Zimmer stürmte. Sie weinte bitterlich. „Was ist denn mit dir los?“, fragte der König besorgt. „Und wo sind überhaupt die Kinder?“ Das Kindermädchen schluchzte auf und versuchte einen vernünftigen Satz zustande zu bringen. „Ja, d-d-d-die Kinder, …. Deswegen bin ich so schnell ich konnte hierher gerannt.“ Unter Tränen erzählte sie dem König, was passiert war. Aus dem Meer war ganz unerwartet eine Meerjungfrau aufgetaucht. Zuerst schien sie nur harmlos im seichten Wasser zu plantschen. Aber offensichtlich wartete sie nur auf einen günstigen Augenblick um die beiden Königskinder ins Wasser zu ziehen und sie mitzunehmen. „Ich habe noch versucht die beiden zu retten und bin sofort ins Wasser gesprungen, aber die Meerjungfrau war zu schnell für mich!“ schluchzte das Kindermädchen.
Der König war ein sehr weiser Mann und deshalb sprang er sofort auf, rief seine Frau Anneliese zu sich und gemeinsam rannten sie hinunter zum Strand. Auf dem Weg dorthin erzählte er ihr, was passiert war. Unten angekommen, fanden sie eine Menschenmenge am Strand. Sie standen um einen verletzten Delphin herum. Als die Menschen sahen, dass ihr König kommt, machten sie sofort Platz und ließen ihn und Königin Anneliese zum Delphin. August I. hatte das Gefühl, dass der Delphin ihm etwas sagen möchte und beugte sich zu ihm hinunter. Ganz leise, fast heiser kam es aus dem Mund des Delphins: „Der Meermann ist böse auf die Menschen, weil sich seine Tochter in einen jungen Mann verliebt hat, der auf der Insel lebt. Jetzt will er die Menschen bestrafen, weil sie ihm die Liebe seiner Tochter stehlen.“ Da dachte der König angestrengt nach. Irgendwann einmal hatte ihm sein Großvater eine Geschichte erzählt von einem jungen Meermann, der sich ich eine Menschenfrau verliebt hatte. Er durfte sie sogar heiraten und sie wurden ein glückliches Paar. Aber was hatte damals den Vater des Bräutigams überzeugt? König August I. dachte angestrengt nach. Dabei ging er am Strand auf und ab. Als er wieder beim Delphin vorbei kam, flüsterte der ganz schwach: „Tränen…“ Und da fiel es dem König wieder ein: Die Frau hatte bei Vollmond am Steg gesessen und um ihren Liebsten und um die verschwundenen Nachbarskinder geweint, so dass die Tränen ins Meer gefallen sind. Damals war der Vater des Meermannes so gerührt gewesen, dass er in eine Heirat einwilligte.
Jetzt war es an dem König diese alte Geschichte unter die Menschen zu bringen. Er erzählte es den Menschen am Strand und diese erzählten sie ihren Freunden und Nachbarn. Und wer hätte es gedacht – schon am nächsten Tag in der Früh kam plötzlich ein ganzer Schwarm Delphine an den Strand geschwommen, aufgereget schnatternd und mit ihnen kam - die Meerjungfrau mit Romeo und Julia.
Vor lauter Dankbarkeit, dass der Delphin ihm geholfen hatte, pflegte ihn der König höchst persönlich gesund und baute ihm ein eigenes, riesengroßes Schwimmbecken. Darüber freuten sich die beiden Königskinder Romeo und Julia so sehr, dass sie dem Delphin den Namen „Phini“ gaben und von nun an jeden Tag mit ihm spielten.